Forscherbauwagen

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Forscherbauwagen der BSW e.V.

Aktuelles

19.11.2013 Rotenburger Rundschau

Längst keine Plage mehr

Schau zu Projektarbeit über heimische Heuschrecken

Foto zum Artikel: Längst keine Plage mehr

Projektleiterin Anja Schulenberg und Sparkassenvertreter Rainer Bassen während der Eröffnung der Heuschrecken-Projektpräsentation Foto: Ricci

Scheeßel.  (ari). Einen wirklich guten Ruf haben sie nicht, auch wenn die Zeiten, in denen sie als Plage über die Felder der Menschen herfielen, hierzulande längst vorbei sind: die Heuschrecken.

Ein Schülerprojekt der Biologischen Schutzgemeinschaft Wümme hat sich der Insekten angenommen. Arbeitsergebnisse werden bis Donnerstag, 5. Dezember, in der Scheeßeler Sparkasse ausgestellt.

Projektleiterin Anja Schulenberg zieht nach zwei Jahren ein rundum positives Fazit: Die Jungen und Mädchen im Alter von acht bis 14 Jahren, die sich im Rahmen von Ferienangeboten und schulischen Arbeitsgemeinschaften mit den Krabbeltierchen beschäftigten, seien meist sehr aufgeschlossen und neugierig an das Thema herangegangen. „Viele waren mutig genug, Heuschrecken auch mal anzufassen“, berichtet die Biologin. Igitt-Reflexe blieben die Ausnahme.

„Besonderen Spaß hatten die Kinder dabei, in der freien Natur auf Heuschrecken-Jagd zu gehen“, erzählt Schulenberg. „Das ist immer so: Kinder fangen gerne Tiere.“ Etwas trockener gestaltete sich anschließend das Bestimmen der einzelnen Unterarten, die in die Kescher gegangen waren. „In Niedersachsen kommen bis zu 54 verschiedene Hauschreckenarten vor“, sagt die Fachfrau. „Wir konnten im Landkreis 22 Arten nachweisen.“ Nach der Bestimmung wurden die Tiere wieder in die Freiheit entlassen.

Die Arbeit bot die Chance, den jungen Naturfreunden das Leben der Heuschrecken näher zu bringen und ein Bewusstsein zu schaffen für deren Probleme. Exemplarisch konnte am Beispiel der inzwischen selten gewordenen Insekten erklärt werden, welche ökologischen Folgen es hat, wenn moderne Intensiv-Landwirtschaft immer mehr Monokulturen an die Stelle einst vielfältiger Lebensräume setzt. 45 Prozent der heimischen Heuschreckenarten gelten mittlerweile als bedroht, so Schulenberg.

Die Schüler setzten sich mit dem Gesang und Sprungverhalten verschiedener Arten auseinander, sie befragten Erwachsene über deren Wissenstand zum Thema Heuschrecke und gingen auch der Frage nach, warum die Tiere bis heute bei vielen Menschen eher negative Gefühle auslösen. Dabei kam natürlich auch die Heuschreckenplage in Ägypten zur Sprache, von der die Bibel berichtet. Die Geschichte zeigte den Kindern auf, wie alt und wechselvoll die Beziehung zwischen den Menschen und den Heuschrecken ist.

Die Ausstellung wird nach ihrer Präsentation in der Sparkassenfiliale noch in den Rathäusern von Scheeßel (9. bis 23. Dezember) und Rotenburg (6. bis 24. Januar) gezeigt. © Rotenburger Rundschau GmbH & C

02.08.2013 Rotenburger Kreiszeitung

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11.07.2013 Pressemitteilung

Die kleinen „Partner“ der Flussneunaugen

Seit März führt die Biologische Schutzgemeinschaft Wümme (BSW) ein Umweltbildungsprojekt zum Schutz der Fließgewässer exemplarisch am Beispiel der Flussneunaugen durch.

Gibt es noch andere Tiere als Fische in einem Bach oder Fluss? Dieser Frage sind in den vergangenen Wochen Zweit- und Drittklässler aus 5 Klassen der Grundschulen Lünzen, Brockel, Fintel, Lauenbrück und Scheeßel nachgegangen, die an einem Projekt der BSW teilnehmen.

Bei dem Projekt „Flussneunauge & Partner“ geht es darum den Schülern die heimischen Fließgewässer hautnah erfahren zu lassen und ihnen etwas über die Gefährdung und den Schutz zu vermitteln. Durch praktische Maßnahmen tragen die Schüler darüber hinaus auch selber zur Sicherung des Lebensraumes bei.

Eine praktische Maßnahme war das Einbringen von Kies in Gewässerabschnitte der Fintau und Veerse im März. Diese Bereiche wurden im April erneut besucht und Flussneunaugen und andere Fische gezeigt, die dort leben.

In den letzten Wochen ging es dann für die Schüler wieder an „ihren“ Gewässerabschnitt. An diesem Tag wurden die kleinen „Partner“, d. h. die Kleinlebewesen wie Bachflohkrebse, Köcherfliegenlarven und Libellenlarve mit Hilfe des Forscherbauwagens kennen gelernt.

Zunächst begann der Tag für die Schüler jedoch mit einem Rollenspiel, durch das das Leben in einem Bach nachempfunden werden konnte. Alle Kinder wussten anschließend wo sich die Tiere im Gewässer aufhalten und warum sie das tun. Ein Baustein für den erfolgreichen Fang der Kleinlebewesen war dadurch gelegt. Anschließend wurde die „Forscher-Ausrüstung“ aus und in dem Forscherbauwagen gezeigt und erklärt. Wie benutze ich eine Stereolupe und wie bekomme ich die Namen der Tiere heraus? Diese und weiter Fragen können die Teilnehmer des Projektes jetzt beantworten. Ebenso warum Tiere uns die Qualität des Wassers verraten können.

Die Schüler trugen ihre Funde in Protokolle ein, die in den folgenden Tagen in der Schule ausgewertet wurden und anhand derer die Wasserqualität ermittelt wurde.

Alle waren mit viel Spaß dabei und die ein oder andere nasse Hose und Socke konnte nicht verhindert werden.

Im nächsten Jahr stehen weitere Aktionen an wie Hochwasserexkursion, Erlen selber ziehen und anpflanzen, die Aue erforschen und den Nachwuchs der Flussneunaugen begutachten. Die Schüler werden das Projekt künstlerisch aufarbeiten und darstellen. Dieses und noch mehr werden dann nach den Sommerferien 2014 in Form einer Wanderausstellung präsentiert.

Als weiterer Sponsor konnte die Gebietskooperation Wümme gewonnen werden, die aus Vertretern unterschiedlicher Behörden, der Landwirtschafts- und Naturschutzverbände sowie der Wasserversorger und Unterhaltungsverbände aus Niedersachsen und dem angrenzenden Bundesland Bremen besteht. Unter der Geschäftsführung des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) Verden gestaltet die Gebietskooperation die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) an der Wümme und ihren Nebengewässern mit. Die WRRL legt fest, dass Flüsse und Seen wie auch das Grundwasser bis zum Jahr 2015 in einem guten Zustand sein müssen.

19.06.2013 Pressemitteilung

Tag der Artenvielfalt am Heimathaus

Rotenburg. Käfer, Wanzen, Heuschrecken, Hummeln, Bienen, Libellen und Spinnen – in der Wiese kreucht und fleucht so einiges. Das konnten Kinder am Samstag mit eigenen Augen feststellen, die auf Einladung des Rotenburger Umweltverbands Biologische Schutzgemeinschaft Wümme (BSW) am GEO-Tag-der-Artenvielfalt teilgenommen haben.

Die Kinder haben eine Wiese hinter dem Heimathaus ganz genau in Augenschein genommen. Unter Anleitung fachkundiger Helfer haben die Schüler, mit Keschern und anderen Fanggeräten wie „Insektenstaubsaugern“, eigenständig Tiere gefangen und mit Lupe und Binokular bestimmt. Aber auch die Pflanzen wurden untersucht. “Durch das Wetter begünstigt konnten viele verschiedene Arten gefunden werden. Besonders erfreulich war der Fund einer seltenen Libellenart, der Mond-Azurjungfer“, so die Biologin Anja Schulenberg, die das Projekt geleitet hat. Am GEO-Tag-der-Artenvielfalt, der zum 15. Mal stattfand, nahmen Experten und interessierte Laien eine “Inventur der heimischen Flora und Fauna vor“, so Schulenberg. Das Bewusstsein für die schützenswerte Biodiversität in der unmittelbaren Umgebung werde damit geschärft.

Auf die Aktion im Lebensraum Wiese vorbereitet wurden alle Rotenburger Viertklässler einige Tage und Wochen zuvor an ihren Schulen. Die hat Schulenberg mit dem Forscherbauwagen der Biologischen Schutzgemeinschaft Wümme besucht. Dieser hat Bestimmungsliteratur und optische Vergrößerungsgeräte an Bord, mit denen sich die Kinder schon mal vertraut machen konnten. “Vorab haben die Mädchen und Jungen in einer Schulstunde bereits die Besonderheiten des Lebensraumes Wiese und Weide vermittelt bekommen und sich damit auseinandergesetzt, unter welchen Bedingungen Tiere und Pflanzen leben“, erläutert die Projektleiterin.

Bereits im letzten Jahr fand das Projekt zum GEO-Tag-der-Artenvielfalt statt. Thema war seinerzeit der Lebensraum Wasser. Lehrer und Schulleitungen waren sehr angetan von dem Forscherbauwagen und seinem Projekt gewesen und hatten sich eine jährliche Wiederholung gewünscht. Dieser Wunsch konnte in diesem Jahr erfüllt werden. Einen Teil der nötigen Projektfinanzierung trugen die Schüler und Schulfördervereine selber. Die anderen Anteile wurden von weiteren Sponsoren wie den Stadtwerken, dem Freundeskreis des Lions Clubs Rotenburg, der Stadt und der Sparkasse übernommen.

„Herr Eichinger hat uns wirklich sehr bei der Akquise geholfen“, so Schulenberg. Aber auch für das nächste Jahr werden Gelder und neue Sponsoren benötigt. 2014 wird es im Rahmen dieses Projektes um den Lebensraum Wald gehen.

10.06.2013 Pressemitteilung

Was lebt im und am See?

Schüler der Eichenschule nahmen an einem Seminar der BSW teil

SCHEEßEL. An den Viehdammteichen des ASV Scheeßel bot die Biologische Schutzgemeinschaft Wümme (BSW) in den letzten Wochen fünf Seminare für Lehrer und Schüler der Eichenschule der 11. Jahrgangsstufe statt, die Biologie als Abiturprüfungsfach gewählt haben.

Ziel der Veranstaltungen, die unter der Leitung von Diplom-Biologin Anja Schulenberg liefen, war es, das Abiturthema „Ökosystem See“ anschaulich und anfassbar zu machen. Der Lebensraum soll über den Unterricht hinaus zum einen hautnah erlebt, zum anderen theoretischer Hintergrund und Methodik praktisch angewandt werden. „Biologie lässt sich draußen in der Natur viel besser und nachhaltiger begreifen als in sterilen Schulräumen“, so Schulenberg.

Im Rahmen des Seminars untersuchten die Schüler die Kleintiere eines Teiches und ermittelten darüber die biologische Gewässergüteklasse. Weitere Hinweise auf die Beschaffenheit des Standortes wurden gesammelt, um eine Aussage über die Wasserqualität des Teiches treffen zu können. Hierzu wurden Pflanzen des Uferbereiches, sowie die Wasserpflanzen bestimmt und kartiert. Im Anschluss erfolgte eine Beurteilung und Auswertung der „Funde“.

Die für das Seminar benötigte Ausrüstung wurde von der BSW in Form des Forscherbauwagens zur Verfügung gestellt. Hierdurch war eine Untersuchung der Tiere gleich direkt vor Ort durchführbar. Durch Vergrößerungsgeräte wie die vorhandenen Binokulare (Stereolupen) und eine umfangreiche Bestimmungsliteratur wurde die Ermittlung der Arten ermöglicht.

Der Angelsportverein Scheeßel stellte das Forschungsobjekt zur Verfügung, indem die Schüler einen Teich auf dem Vereinsgelände untersuchen durften. „Für den ASV Scheeßel bilden der Naturschutz und die Erhaltung einer naturnahen Gewässerstruktur neben dem Angeln wesentliche Elemente der Vereinstätigkeit ab. Gern unterstützen wir bei der Sensibilisierung der Jugend für die Schönheiten der Natur.“ so der Vorsitzende Roland Pätow.

13.05.2013 Pressemitteilung

Flussneunauge & Partner

Die Biologische Schutzgemeinschaft Wümme (BSW) führt Umweltbildungsprojekt zum Schutz der Fließgewässer exemplarisch am Beispiel der Flussneunaugen durch.

In diesem und nächstem Jahr nehmen Zweit- und Drittklässler aus 5 Klassen der Grundschulen Lünzen, Brockel, Fintel, Lauenbrück und Scheeßel an einem Projekt der BSW teil, in dem sie die heimischen Fließgewässer kennen lernen und etwas über und ihre Gefährdung erfahren. Durch praktische Maßnahmen tragen die Schüler darüber hinaus auch zum Schutz des Lebensraumes bei.

Nachdem die Kinder im März Kies in Gewässerabschnitte der Fintau und Veerse eingebracht haben, wurden die neu angelegten Kiesbereiche im April wieder besucht. Es war geplant, die Flussneunaugen bei der Paarung beobachten zu können. Doch leider konnten die Kinder unter Anleitung von Ralf Gerken vom Landessportfischerverband „nur“ junge Flussneunaugen, Bachneunaugen und andere Fische beobachten. „Weil in diesem Frühjahr die üblichen Hochwasser ausgeblieben sind, konnte die in Hunderten von Exemplaren von der Nordsee zum Laichen ins Wümmegebiet wandernden Flussneunaugen offenbar die Wehre in Hellwege nicht überwinden“, so Gerken.

„Wir werden die Veranstaltung im nächsten Jahr wiederholen und hoffen den Kindern dann Flussneunaugen bei der Paarung zeigen zu können“, so Anja Schulenberg, Projektleiterin.

Ursprünglich war das Flussneunauge in den Stromgebieten Weser, Ems und Elbe weit verbreitet und wanderte zum Laichen auch in die Wümme und ihre Nebengewässer. Durch den Bau zahlreicher Stauwehre und Schleusen wurden die Wanderwege jedoch versperrt und damit der Zugang zu den Laichgewässern verwehrt. Weitere Beeinträchtigungen wie Gewässerverschmutzung, Veränderung des Gewässerverlaufes und der Uferstruktur sowie der Gewässerunterhaltung haben zu einem starken Rückgang der Art im Wümmegebiet geführt, sodass die Flussneunaugen nach der Roten Liste Niedersachsen zu den stark gefährdeten Tierarten zählt. Flussneunaugen stehen exemplarisch für die Gefährdung der Fließgewässer und das Fehlen der Durchgängigkeit.

Im Wümmegebiet gibt es aber auch Bestrebungen die Lebensbedingungen in den Fließgewässern wieder zu verbessern. Stauwehre und Schleusen wurden zu Sohlgleiten umgestaltet, die keine Hindernisse für wandernde Tiere mehr darstellen. Außerdem werden viele durch Ausbaumaßnahmen zerstörte Laichplätze wieder hergestellt, indem wieder Kies in die Gewässer eingebracht und eine naturnahe Umgestaltung durchgeführt wird. Erste Erfolge sind bereits zu verzeichnen. Das Flussneunauge konnte z. B. in der Fintau und Veerse wieder nachgewiesen werden.

02.05.2013 Pressemitteilung

Lions unterstützen Projekt zum GEO-Tag-der-Artenvielfalt

Rotenburg. 1.000 € für Projekt der Biologischen Schutzgemeinschaft Wümme e.V. für die Rotenburger Viertklässler.

Bereits im letzten Jahr hat die BSW mit den Rotenburger Viertklässlern am GEO-Tag-der-Artenvielfalt teilgenommen. Der Lebensraum Wasser wurde hierbei untersucht. In diesem Jahr soll sich alles um die Wiese drehen.

Der Freundeskreis des Lions Clubs Rotenburg unterstützt das Vorhaben. Kürzlich übergab der Präsident des Freundeskreises Carsten Bahr einen symbolischen Scheck an Projektleiterin Anja Schulenberg und BSW-Kassenwart Eckart Fründ. Hierbei konnte sich Bahr zudem ein Bild von dem Forscherbauwagen und die Arbeit mit diesem machen. „Wir freuen uns wenn wir derartige Projekte unterstützen können“ so Bahr.

Das Projekt „Die Artenvielfalt entdecken mit dem Forscherbauwagen“ soll in jedem Jahr für die Rotenburger Viertklässler angeboten werden. Im Rahmen dessen wird der Forscherbauwagen an einem Tag an die Schule kommen. Hier werden die Schüler die Lebewesen eines bestimmten Lebensraumes kennen lernen. Anhand der Tiere und Pflanzen werden die Schüler in die Nutzung der Ausrüstung des Forscherbauwagens eingeführt. Das heißt, dass sie lernen die entsprechende Bestimmungsliteratur und die optischen Vergrößerungsgeräte, wie Lupe und Binokular, zu verwenden.

Vorab haben die Schüler in einer Schulstunde bereits die Besonderheiten des Lebensraumes vermittelt bekommen und sich damit auseinander gesetzt unter welchen Bedingungen die Tiere und Pflanzen dort leben.

Das Besondere des Projektes ist, dass die Kinder anschließend die Möglichkeit haben am GEO-Tag-der-Artenvielfalt teilzunehmen. Dieser findet in diesem Jahr am Samstag, den 15. Juni, statt.

Am GEO-Tag-der-Artenvielfalt sind Experten und interessierte Laien dazu aufgerufen eine „Inventur“ der heimischen Flora und Fauna vorzunehmen. Das Bewusstsein für schützenswerte Biodiversität in unserer unmittelbaren Umgebung soll damit ge­schärft werden. An diesem Tag gibt es eine Hauptveranstaltung, an der Experten in 24 Stunden die Tiere und Pflanzen eines ausgewählten Untersuchungsgebietes erfassen. Zusätzlich gibt es mehrere Hundert Begleitaktionen von naturbegeisterten Laien, Schulen, Umweltverbänden u.a. Im ver­gangenen Jahr waren es rund 25.000 Teilnehmer, überwiegend in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Auch die BSW möchte mit ihrem Projekt das Bewusstsein für die heimische Natur schärfen.

Der Forscherbauwagen wird an diesem Tag auf einer artenreichen Wiese in Rotenburg stehen. Die teilnehmenden Schüler können dann, unabhängig von der Schule und auf freiwilliger Basis, mit ihren Eltern oder Großeltern dort hinkommen und selber Tiere und Pflanzen fangen und bestimmen. Diese werden anschließend in eine Artenliste eingetragen. Die Kinder haben hier die Möglichkeit ihren Eltern zu zeigen was sie bereits gelernt haben und den „Spaß“ gemeinsam mit ihnen zu genießen.

Die Artenliste wird dann beim Online-Portal zum GEO-Tag-der-Artenvielfalt veröffentlicht.

„Geplant ist es in den folgenden Jahren die Lebensräume Wasser, Wiese und Wald abwechselnd zu behandeln. Das heißt, dass im nächsten Jahr der GEO-Tag-der-Artenvielfalt mit dem Forscherbauwagen in einem Wald statt finden wird“ so Diplom-Biologin Schulenberg.

Neben dem Freundeskreis des Lions Clubs konnten als weitere Sponsoren die Stadt Rotenburg, Stadtwerke Rotenburg und die Förderkreise der Schulen gewonnen werden. Für die nächsten Jahre werden aber auch noch weitere Geldgeber benötigt.

03.04.2013 Pressemitteilung

Flussneunauge & Partner

BSW startet im Internationalen Jahr des Wassers neues Gewässer-Projekt zum Schutz des Flussneunauges und anderer gefährdeter Fließgewässerarten. Vorhaben läuft in Kooperation mit dem Landessportfischerverband und den örtlichen Angelvereinen.

Zweit- und Drittklässler aus 5 Klassen der Grundschulen Lünzen, Brockel, Fintel, Lauenbrück und Scheeßel wird die Möglichkeit geboten etwas über die heimischen Fließgewässer und ihre Gefährdung zu erfahren. Zugleich können die Schüler aber auch durch praktische Maßnahmen zum Schutz des Lebensraumes beitragen.

Die Schüler haben in den vergangenen Wochen Kies in Gewässerabschnitte der Fintau und Veerse eingebracht. „Temperaturen von bis zu – 12° C haben den Kindern nichts ausgemacht. Es war toll! Alle hatten ganz viel Spaß und waren überaus motiviert“, schwärmt Projektleiterin Anja Schulenberg. Dazu hat unter anderem auch die Vorbereitung beigetragen. Denn vor der Aktion am Bach wurde den Schülern in zwei Schulstunden theoretisches Wissen über den Lebensraum und die Schutzbedürftigkeit, insbesondere der Flussneunaugen, verdeutlicht.  So wussten alle wie wichtig der Kies im Bach ist. Nicht nur für die Flussneunaugen, die ihre Eier dort ablegen, sondern auch für andere Fischarten und Kleinlebewesen.

Die neu angelegten Kiesbereiche werden im April wieder besucht. „Hier können dann die Flussneunaugen bei der Paarung beobachtet werden“, hofft Biologin Anja Schulenberg. Ein Fischexperte wird den Schülern an diesem Tag aber auch noch „andere“ Fische zeigen (zu denen die Flussneunaugen als Rundmäuler allerdings nicht gehören).

Im Sommer geht es dann für die Schüler erneut an „ihren“ Gewässerabschnitt. An diesem Tag werden die kleinen Partner, d. h. die Kleinlebewesen wie Bachflohkrebs und Libellenlarve mit Hilfe des Forscherbauwagens kennen gelernt.

Im nächsten Jahr stehen weitere Aktionen an wie Hochwasserexkursion, Erlen selber ziehen und anpflanzen, die Aue erforschen und den Nachwuchs der Flussneunaugen begutachten. Die Schüler werden das Projekt künstlerisch aufarbeiten und darstellen. Dieses und noch mehr werden der Öffentlichkeit dann nach den Sommerferien 2014 in Form einer Wanderausstellung präsentiert.

„Mit dem Projekt hoffen wir Menschen für den Lebensraum Fließgewässer faszinieren zu können, gehören Flüsse mit ihren Auen zu den artenreichsten, aber gleichzeitig auch am stärksten gefährdetsten Ökosystemen Mitteleuropas“, so Schulenberg. Dieses zeigen auch die aktuellen Beispiele aus dem Lünzener Bruchbach und der Ruschwede, wo die Gefährdung u. a. von Schadstoffen aus Biogasanlagen ausgingen, die unerlaubterweise in die Gewässer gelangen konnten.

Als Hauptsponsor konnte für das Projekt die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung gewonnen werden, die die Bildungsaktion mit 9.000€ fördert. Weitere Förderer sind die Manfred-Hermsen-Stiftung und die Sparkasse Scheeßel.

14.09.2012 Rotenburger Rundschau

Heuschrecken – der Schrecken aus dem Heu?

Neues Umweltbildungsprojekt für Kinder

Foto zum Artikel: Heuschrecken – der Schrecken aus dem Heu?

Der Forscherbauwagen ermöglicht Kindern, die Welt der Heuschrecken zu erkunden.

Scheeßel/Rotenburg.  (r/cd). Wie so viele Insektengruppen sind auch die heimischen Heuschrecken in der heutigen Landschaft seltener geworden. Fast die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Heuschrecken sind bereits gefährdet. Auf dieses Problem will die Biologische Schutzgemeinschaft Wümme (BSW ) nun vehement aufmerksam machen.

Mit einem Projekt namens Heuschrecken – der Schrecken aus dem Heu? wird Kindern vermittelt, wie und wo welche der Tiere leben. Zahlreiche Arten stellen nämlich spezifische Ansprüche an ihr Biotop, bezüglich Wärme, Feuchtigkeit und Struktur.

Fünf Kindergruppen erkunden dazu in diesem und im nächsten Jahr die unterschiedlichen Artenlebensräume wie Feuchtwiesen, Hecken und Trockenrasen. Mithilfe der Ausrüstung des Forscherbauwagens werden einige Tiere eingefangen und beobachtet.

Den Auftakt machten vergangene Woche die Viertklässler der Montessori-Schule Rotenburg: Sie lernten die Heuschrecken der Wümmeniederung bei Unterstedt kennen. Teilnehmen wollen außerdem der Naturerlebniskurs der BSW, eine weitere Schulklasse sowie zwei Gruppen des Sommerferienprogramms in Rotenburg und Scheeßel.

Die einzelnen Gruppen werden, zusätzlich zur ersten Aktion, unterschiedliche Aufgaben zur jeweiligen, besonderen Tiergruppe in Form von Experimenten, Naturkunst, Internetrecherche und Interviews bearbeiten. Aus den Ergebnissen wird eine Wanderausstellung erstellt, die im Herbst nächsten Jahres in Scheeßel und Rotenburg zu sehen sein wird.

Auch sollen die Kinder die Möglichkeit bekommen, sich selbst für den Schutz der Insekten einzusetzen, indem eigenständig Heuschrecken-Lebensräume geschaffen und gepflegt werden.

Hauptsponsor des Projektes ist die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, die die Bildungsaktion mit 8.600 Euro fördert. Die Sparkasse Scheeßel unterstützt ebenso.

Mehr Informationen über die BSW und den Forscherbauwagen gibt es unter www.bsw-rotenburg.de und www.forscherbauwagen.de. © Rotenburger Rundschau GmbH & Co. KG

22.06.2012  Rotenburger Rundschau

Was alles im Wasser lebt

Interessanter Geo-Tag-der-Artenvielfalt

Foto zum Artikel: Was alles im Wasser lebt

Beim Geo-Tag-der-Artenvielfalt gab’s eine Menge zu entdecken und zu lernen

Rotenburg.  (r/ww). Libellen-, Eintagsfliegen- und Köcherfliegenlarven, Flohkrebse und Asseln – im Wasser kreucht und fleucht so einiges. Das haben jetzt 40 Kinder mit eigenen Augen festgestellt, die auf Einladung des Rotenburger Umweltverbands Biologische Schutzgemeinschaft Wümme (BSW) am Geo-Tag-der-Artenvielfalt teilgenommen haben.

“Die Kinder haben drei verschiedene Wasserlebensräume untersucht“, erläutert die Biologin Anja Schulenberg, die das Projekt geleitet hat, “einen Fluss, einen Graben und einen Teich.“ Unter Anleitung haben die Schüler mit Keschern eigenständig Tiere gefangen und mit Lupe und Binokular bestimmt. “Mit der Artenliste nehmen wir an dem Schülerwettbewerb von Geo teil“, so Schulenberg. Am Geo-Tag-der-Arten-vielfalt, der zum 14. Mal stattfand, sollten Experten und interessierte Laien eine “Inventur der heimischen Flora und Fauna vornehmen“, so Schulenberg. Das Bewusstsein für schützenswerte Biodiversität in der unmittelbaren Umgebung werde damit geschärft.

Das Feedback von Kindern und Eltern sei durchweg positiv gewesen. “Die Aktion hat sich gelohnt, ich würde sie im kommenden Jahr gerne wiederholen“, sagt die Biologin. Die bsw will möglichst viele Kinder für den Lebensraum Fließgewässer faszinieren. Schließlich gehörten Flüsse mit ihren Auen zu den artenreichsten, aber gleichzeitig auch am stärksten gefährdetsten Ökosystemen Mitteleuropas.

Auf die Aktion in der Natur vorbereitet wurden die Rotenburger Viertklässler einige Tage zuvor an ihren Schulen. Die hat Schulenberg mit dem Forscherbauwagen der Biologischen Schutzgemeinschaft Wümme besucht. Dieser hat Bestimmungsliteratur und optische Vergrößerungsgeräte an Bord, mit denen sich die Kinder schon mal vertraut machen konnten. “Vorab haben die Mädchen und Jungen in einer Schulstunde bereits die Besonderheiten des Lebensraumes Wasser vermittelt bekommen und sich damit auseinandergesetzt, unter welchen Bedingungen Tiere und Pflanzen in einem Fluss oder Bach leben“, erläutert die Projektleiterin.

Lehrer und Schulleitungen seien ebenfalls sehr angetan von dem Forscherbauwagen gewesen und wünschten sich eine jährliche Wiederholung des Projekts.

Dafür müssten jedoch Sponsoren gefunden werden. In diesem Jahr waren die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung sowie die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde dabei.

Der Forscherbauwagen war auch beim Geo-Tag der Artenvielfalt an der Wiedau im Einsatz. “Die Kinder haben freiwillig teilgenommen und auch noch ihre Eltern dafür begeistert“, betont Schulenberg. Dadurch seien auch nur die interessierten Schüler gekommen. “Das hat sich daran gezeigt, dass sie ganz konzentriert und akribisch bei der Sache waren.“ © Rotenburger Rundschau GmbH & Co. KG

Pressemitteilung Biologische Schutzgemeinschaft Wümme 29.05.2012

Der Forscherbauwagen fährt wieder

Neues Projekt der BSW mit dem Forscherbauwagen an allen vier Rotenburger Grundschulen. Bingo-Stiftung fördert Umweltbildung für Grundschüler.

ROTENBURG. „Die Artenvielfalt im Wasser entdecken mit dem Forscherbauwagen“, so nennt sich das neue Projekt der Biologischen Schutzgemeinschaft Wümme. Hier erhalten Viertklässler der Grundschulen in Rotenburg (Wümme) die Möglichkeit, sich über Fließgewässer zu informieren. Nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch mit Hilfe des Forscherbauwagens.

Der Forscherbauwagen wird an einem Tag an die Schule kommen. Hier lernen die Schüler der vierten Klassen die Lebewesen der Flüsse kennen. Anhand der Tiere und Pflanzen werden die Schüler in die Nutzung des Forscherbauwagens eingeführt. Das heißt, dass sie lernen die entsprechende Bestimmungsliteratur und die optischen Vergrößerungsgeräte, wie Lupe und Binokular, zu verwenden.

Vorab haben die Schüler in einer Schulstunde bereits die Besonderheiten des Lebensraumes Wasser vermittelt bekommen und sich damit auseinander gesetzt unter welchen Bedingungen die Tiere und Pflanzen in einem Fluss oder Bach leben.

Wir hoffen möglichst viele Kinder für den Lebensraum Fließgewässer faszinieren zu können, gehören Flüsse mit ihren Auen zu den artenreichsten, aber gleichzeitig auch am stärksten gefährdetsten Ökosystemen Mitteleuropas“, so Biologin Anja Schulenberg, Projektleiterin.

Das Besondere des Projekts ist, dass die Kinder anschließend die Möglichkeit haben am GEO-Tag-der-Artenvielfalt teilzunehmen. Dieser findet am Samstag, den 16. Juni 2012, statt.

Am GEO-Tag-der-Artenvielfalt, der dieses Jahr zum 14. Mal statt findet, sind Experten und interessierte Laien dazu aufgerufen eine „Inventur“ der heimischen Flora und Fauna vorzunehmen. Das Bewusstsein für schützenswerte Biodiversität in unserer unmittelbaren Umgebung soll damit ge­schärft werden. An diesem Tag gibt es eine Hauptveranstaltung, an der Experten in 24 Stunden die Tiere und Pflanzen eines ausgewählten Untersuchungsgebietes erfassen. Zusätzlich gibt es mehrere Hundert Begleitaktionen von naturbegeisterten Laien, Schulen, Umweltverbänden u.a. Im ver­gangenen Jahr waren es rund 25.000 Teilnehmer, überwiegend in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Auch die BSW möchte mit ihrem Projekt das Bewusstsein für die heimische Natur schärfen.

Der Forscherbauwagen wird an diesem Tag an der Wiedau in Rotenburg stehen. In der Zeit von 10.00h bis 17.00h können die Kinder dann, unabhängig von der Schule und auf freiwilliger Basis mit ihren Eltern oder Großeltern dort hinkommen und selber Tiere und Pflanzen aus dem Bach keschern. Diese werden anschließend, wie vorab in der Schule, be­stimmt und in eine Artenliste eingetragen. Die Kinder haben hier die Möglichkeit ihren Eltern zu zeigen was sie bereits gelernt haben und den „Spaß“ gemeinsam mit ihnen genießen.

Die Artenliste und das Projekt werden anschließend beim Schülerwettbewerb des GEO-Tag-der-Artenvielfalt eingereicht.

Als Hauptsponsor konnte für das Projekt die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung gewonnen werden, die die Bildungsaktion mit 7.500€ fördert. Weiterer Förderer ist die Sparkasse Rotenburg-Bremervörde.

30.09.2010 Rotenburger Kreiszeitung


20.08.2010 Forscherbauwagen vor der Kamera

Fernsehteam besucht den Forscherbauwagen / Beitrag im November bei „Bingo-Lotto“ auf N3

Rotenburg/Scheeßel. Die regen Aktivitäten der Biologischen Schutzgemeinschaft Wümme mit ihrem Forscherbauwagen haben das Interesse des NDR erregt. Das von den Naturschützern gemeinsam mit unterschiedlichen Schüler- und Erwachsenengruppen durchgeführte Projekt „Der Biodiversität auf der Spur mit dem Forscherbauwagen“ stand dabei im Mittelpunkt von Dreharbeiten vor Ort.

An diesem Tag  verbrachte ein Kamerateam des NDR einen Tag mit dem Forscherbauwagen. An der Veerse in Westervesede fand im Rahmen des Projektes eine Veranstaltung mit dem Wahlpflichtkurs Naturwissenschaften der 7. Klassen der Eichenschule statt. Auf dem Programm stand an dem heutigen Tag die Erkundung der Tier der Unterwasserwelt der Veerse.

Bereits zwei Wochen vorher waren die Schüler für die Problematik des Arten- und Lebensraumschwundes auf der Erde aber auch im Besonderen vor der eigenen Haustür sensibilisiert worden. Außerdem wurden theoretische Kenntnisse über den Fluss als Lebensraum vermittelt.

Dann vor Ort an der Veerse wurde den Schülern zunächst eine umfangreiche Ausrüstung zur Verfügung gestellt, die Teil des Forscherbauwagens ist. Anschließend erfolgte eine fachkundige Einweisung durch die Leiterin des Projektes Diplom-Biologin Anja Schulenberg.

Gut ausgestattet und mit dem Wissen wo die meisten Tiere zu finden sind, wurde tatkräftig gekeschert. Mit Hilfe von Bestimmungstafeln, Büchern und Vergrößerungsgeräten wie Binokularen wurden dann die Namen der Tiere herausgefunden. Diese wurden in ein Protokoll eingetragen, das an einem späteren Termin in der Schule ausgewertet wurde.

Die Schüler waren mit viel Spaß dabei und die ein oder andere nasse Hose konnte nicht verhindert werden.

Dieser Tag war aber nur Teil des Umweltbildungsprojektes, das mit insgesamt 8 Gruppen und jeweils vier Veranstaltungen durchgeführt wurde. Dabei wurden unterschiedliche Lebensräume erforscht. Neben der theoretischen Einführung und der Erkundung der Tier- und Pflanzenwelt hat jede Gruppe auch eine kleine Artenschutzmaßnahme umgesetzt. Die Schüler des Wahlpflichtkurses pflanzten z. B. noch Erlen und legten Buhnen in der Veerse an. Diese Maßnahme soll die Eigendynamik und Entwicklung der Veerse zu einem naturnahen Gewässer begünstigen. Hiervon profitieren Tiere, Pflanzen und wir Menschen. Am Ende des Projektes steht eine Wanderausstellung, die zurzeit in den örtlichen Banken und Gemeinden zu sehen ist.

Die Bingo-Lottostiftung hat, neben anderen Förderern, den Bau des Forscherbauwagens sowie die Verwirklichung des Projektes maßgeblich mit ermöglicht. Der kurze Filmbeitrag wird voraussichtlich am  Sonntag, den 28.11.2010 zwischen 17 und 18 Uhr in „Bingo – Die Umweltlotterie“ auf N3 ausgestrahlt.

03.05.2010 Der Biodiversität auf der Spur mit dem Forscherbauwagen

BSW stellt neues Projekt im Uno-Jahr der Arten- und Lebensraumvielfalt vor.

ROTENBURG. Das erste größere Projekt des Forscherbauwagens der Biologischen Schutzgemeinschaft Wümme (BSW) startet in diesen Tagen und wird bis zum März nächsten Jahres laufen. Hierbei soll ein Ausschnitt aus der Artenvielfalt des Rotenburger Umlandes gezeigt und ein Augenmerk auf die Problematik des Arten- und Lebensraumschwundes gelegt werden.

Unter „Biodiversität“ versteht man die Vielfalt des Lebens auf der Erde – von der genetischen Vielfalt über den Artenreichtum bis hin zur Vielfalt der Ökosysteme. Die weltweite Biodiversität ist durch die Abholzung von Wäldern, die Überfischung der Meere, die Trockenlegung von Mooren und anderen Feuchtgebieten sowie durch den intensiven Siedlungsdruck massiv gefährdet. Dies wurde schon 1992 erkannt. Das damals an der UNO-Konferenz zu Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro ausgehandelte „Übereinkommen über die Biologische Vielfalt“ zielte darauf ab, die Artenvielfalt zu erhalten, die genetischen Ressourcen nachhaltig einzusetzen und die Vorteile aus deren Nutzung gerecht aufzuteilen. 10 Jahre später, auf dem UNO-Gipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg, bekräftigte die Staatengemeinschaft den gemeinsamen Willen, den stetigen Verlust an Biodiversität bis 2010 zumindest zu verkleinern.

Leider haben die bisherigen Maßnahmen nicht ausgereicht, eine Trendwende herbeizuführen. Experten schätzen, dass das Tempo des Artenverlustes in Zeiten sich schnell verändernder Umweltbedingungen durch menschliche Einflüsse um etwa das Tausendfache erhöht ist, als es natürlicherweise der Fall wäre. Damit schwindet die Grundlage für das Überleben unserer eigenen Art.

Die BSW möchte das Augenmerk über die globale Betrachtung des Problems jedoch vorwiegend auf die eigene Region richten. Wie sieht es eigentlich vor unserer Haustür mit der Artenvielfalt aus? Um das Thema in die breitere Öffentlichkeit zu tragen ist das Projekt generationsübergreifend an unterschiedliche Alters- und Gesellschaftsgruppen gerichtet. Angesprochen werden sollen Schüler ab der 3. Klasse bis hin zu interessierten Senioren. „Aber auch Landfrauen oder Firmen, die einen interessanten Betriebsausflug machen wollen können teilnehmen“, so Diplom-Biologin Anja Schulenberg, die das Projekt leitet und durchführt.

Es werden insgesamt 8 Gruppen fünf unterschiedliche Lebensraumtypen untersuchen. Bei den verschiedenen Lebensräumen handelt es sich um Fluss/See, Moor, Heide, Wald und Wiese. Jede Gruppe startet zunächst mit einer Einführung in das Thema der Biodiversität und den jeweiligen Lebensraumtyp. Anschließend werden die Tier- und Pflanzenarten draußen vor Ort erfasst. Die benötigte Ausrüstung hierfür wird in Form des Forscherbauwagens zur Verfügung gestellt. Die Daten, die sich dabei ergeben werden ausgewertet und es wird eine Präsentation erstellt. Zudem wird jede Gruppe eine praktische Artenschutzmaßnahme wie den Bau eines Insektenhotels, Pflanzen einer Hecke, Entkusseln einer Moor- oder Heidefläche etc. durchführen. Die Präsentationen aller Gruppen werden am Ende des Jahres zusammengestellt und kombiniert mit Material der BfN zu einer Wanderausstellung zusammengefügt, die in den örtlichen Gemeinden und Banken gezeigt werden soll.

Die BSW bietet mit diesem Projekt zum ersten Mal Umweltbildung nicht nur für Kinder sondern auch für Erwachsene an. „Hier wird Umweltbildung mit praktischem Naturschutz verknüpft, so Thomas Lauber, 1. Vorsitzender der BSW. Als Sponsoren konnten die Nds. Bingostiftung für Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit, Hanns R. Neumann Stiftung gewonnen werden. Interessierte Schulklassen, Firmen, Kinder- und Erwachsenengruppen können sich melden bei Anja Schulenberg unter 05199/985884.

15.04.-03.05.2010 Den Bächen rund um Scheeßel auf den Zahn fühlen

Schüler der Eichenschule nehmen auch in diesem Jahr an einem Seminar der BSW teil

SCHEEßEL. Unter der Anleitung der Diplom-Biologin Anja Schulenberg findet in den nächsten drei Wochen ein Seminar für sieben SchülerInnen-Gruppen der Eichenschule der 13. Jahrgangsstufe statt, die Biologie als Abiturprüfungsfach gewählt haben.

Als Thema der Umweltbildungsveranstaltungen wird die ökologische Bewertung von Landschaftsbestandteilen am Beispiel der Gewässergüte behandelt und ermittelt. Im Rahmen des Seminars untersuchen die SchülerInnen die Kleintiere in der Wümme und ihren Nebengewässern rund um Scheeßel und ermitteln darüber die biologische Gewässergüteklasse. Im vergangenen Jahr fanden bereits vier Veranstaltungen zu diesem Thema statt, ferner ein weiteres Seminar zum Thema Renaturierung von Gewässern.

Ziel der Veranstaltungen, die von der Biologischen Schutzgemeinschaft Wümme (BSW) angeboten werden ist, das Abiturthema „Aquatische Ökosysteme“ anschaulich und anfassbar zu machen. Es soll der Lebensraum Gewässer über den Unterricht hinaus zum einen hautnah erlebt, zum anderen theoretischer Hintergrund und Methodik praktisch angewandt werden. „Biologie lässt sich draußen in der Natur viel besser und nachhaltiger erlernen als in sterilen Schulräumen“, so Schulenberg.

Die Ausrüstung für die Untersuchungen werden in Form des neuen Forscherbauwagens der BSW zur Verfügung gestellt. Dieses ist der erste Einsatz des mobilen Forschungslabores. Hier sind u. a. sechs Arbeitsplätze mit Stereolupen (Binokularen) vorhanden, an denen die Kleintiere genaustens untersucht werden können. Mit Keschern und Becherlupen bewaffnet werden die SchülerInnen so die Wümme, den Rischbach und die Beeke unter die Lupe nehmen und deren Qualität bestimmen.

Mit dieser Veranstaltung sollen die SchülerInnen fit gemacht werden für das Abitur 2010. Die gewässerbezogenen Umweltbildungsveranstaltungen zum Abiturthema „Aquatische Ökosysteme“, sowie weitere Veranstaltungen mit dem Forscherbauwagen könnten auch an anderen Schulen stattfinden.

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24.10.2009 Der Forscherbauwagen wird der Öffentlichkeit präsentiert (Montessori-Schule Rotenburg (Wümme))

Zur offiziellen Präsentation des Forscherbauwagens wurde eine kleine öffentliche Feier veranstaltet. Hierzu konnte die Montessori-Schule in Rotenburg gewonnen dieses auf ihrem Grundstück durchzuführen und für das leibliche Rahmenprogramm zu sorgen. Zu dieser Veranstaltung wurden die Schulen und ihre Förderkreise im Rotenburger Umkreis direkt eingeladen, sowie die regionalen Sponsoren,  Kooperationspartner und Vertreter der Stadt.

Nach der Begrüßung und Vorstellung des Projektes erfolgte eine einstündige Kinderaktion mit Kindern der Montessori-Schule zum Thema Wasser und Boden.

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18.09.2009 Der Forscherbauwagen ist fertig!

Bei der Übergabe des Forscherbauwagens (von links): Lothar Geißler, Jan Fresen, Thomas Lauber, Anja Schulenberg, Eckhart Fründ und Ingo Humbach, sowie die Auszubildenden, die beim Bau des Forscherbauwagens mitgewirkt haben.

Bei der Übergabe des Forscherbauwagens (von links): Lothar Geißler,

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